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My Passport Pro: Test Portable Thunderbolt-Festplatte mit RAID1

My Passport Pro von Western Digital in der Praxis

Die neue My Passport Pro aus dem Hause Western Digital hatte ich vor kurzem bereits vorgestellt. Wer daher eher allgemeine Informationen zu ihr wünscht, liest bitte dort! Hier soll es um ihren ersten Einsatz in der Praxis gehen und dazu wurde die My Passport Pro harten Tests unterzogen, denn noch immer bin ich am Überlegen, wie unser Workflow in Bezug zu Dateien, die am Mac Pro und am MacBook Pro gemeinsam genutzt werden, am Besten umgesetzt werden soll.

So laufen derzeit zahlreiche Tests, ob über Cloud Sync verschiedener NAS-Systeme, wie beispielsweise einer Synology Disk Station, eines QNAP TS-269 Pro und auch mit der neuen WD My Cloud EX2. Welche Lösung am Ende gewinnen wird, ob es einerseits nur übers lokale LAN oder doch über eine lokal angeschlossene Festplatte, wie die My Passport Pro oder doch irgendwie gemischt von allem laufen wird, auch welche Unterschiede es im Einzelnen gibt, dazu später in einem ausführlichen Bericht mehr.

Oberste Priorität für all die laufenden Tests hat derzeit allein die Geschwindigkeit, denn das Thema Datensicherheit und Backups wurde bereits optimal, sicher und ausreichend gelöst.

Western Digital My Passport Pro mit Aperture in der Praxis

Aperture

Der Brocken mit dem größten Speicherbedarf ist hier derzeit die Aperture-Bibliothek mit etwas über 100 GB.
Diese auf ein NAS zu legen spart zwar einerseits kostbaren Speicherplatz auf der internen SSD und funktioniert auch — irgendwie aber das Arbeiten damit macht nicht wirklich Spaß, es ist einfach zu langsam.

Hinzu kommt, dass Fotos und somit das Arbeiten mit der Aperture-Bibliothek des öfteren auch mobil, unterwegs am MacBook Pro benötigt werden und da nutzt eine übers lokale LAN erreichbare Bibliothek wenig (eine Fernverbindung zu testen, habe ich uns erspart) und dafür ist dann eine lokal über Thunderbolt angeschlossene, externe Festplatte die bessere Wahl. Warum dafür eine My Passport Pro von Western Digital unsere erste Wahl ist, dazu komme ich jetzt.

Bisher hatte ich mich stets gescheut, die Aperture-Bibliothek allein auf eine externe Festplatte zu legen; war mir das Risiko, dass diese ausfällt, trotz Datensicherung, dann doch zu hoch. Diese Gefahr besteht zwar bei der My Passport Pro ebenfalls aber durch die beiden integrierten Festplatten lässt sich hier ein RAID1-Verbund einrichten, womit sich das Risiko eines Datenverlustes gegen Null reduziert; dabei sei unterstellt, dass nicht beide Festplatten gleichzeitig ausfallen.

Nachdem die gesamte Bibliothek auf die My Passport Pro kopiert wurde, das Ganze dauerte über Thunderbolt keine 30 Minuten, wurde diese mit Aperture verbunden. Das geschieht, indem beim Starten der App gleichzeitig die alt-Taste gedrückt wird und im sich darauf öffnenden Fenster die gewünschte Bibliothek gewählt werden kann; in unserem Fall auf der externen My Passport Pro.

Western Digital My Passport Pro Blackmagic Disk Speed Test

Die von Western Digital angegebenen 233 MB/s konnte ich hier nicht nachvollziehen. Mein extra dafür ausgeführter Test mit dem Blackmagic Disk Speed Test brachte knapp über 100 MB/s und das an einem Mac Pro. Wie genau Western Digital das auf bis 233 MB/s geschafft haben will, keine Ahnung.

Jedoch sprechen wir bei 100 MB/s von wirklich ausreichend schnell, sodass ich keinerlei Wartezeiten oder Stockungen während des Arbeitens mit Aperture und der externen Festplatte bemerken konnte. Alles lief absolut flüssig. Natürlich funktioniert das genau so gut mit eurer iPhoto- oder Lightroom-Bibliothek, das sei hierbei einfach unterstellt.

Western Digital My Passport Pro Thunderbolt Kabel

Möglichkeit des Austauschs einer defekten Festplatte

An der Unterseite des Gehäuses befinden sich 4 nichtversiegelte Spezialschrauben. Hier gehe ich davon aus, dass sich diese bei Vorhandensein eines passenden Schraubendrehers leicht öffnen lassen, um so eine defekte Festplatte ersetzen zu können. Da ich derzeit keinen passenden Schraubendreher hier habe, werde ich einen solchen besorgen und das dann überprüfen; vorausgesetzt Western Digital bestätigt mir, dass dabei nicht die 3-Jahre-Garantie verloren gehen. Bis dahin bitte ich um etwas Geduld.

Jedoch bin ich mir nicht sicher, ob überhaupt jemals ein Wechsel einer Festplatte in Betracht kommt. Die ersten 3 Jahre besteht Garantie und zwischenzeitlich hat sich die Technik sicher soweit weiter entwickelt, dass dann wohl eher ein neues Modell statt eine Reparatur in Betracht kommt.

Fazit meines Praxistests der WD My Passport Pro

Bei der WD My Passport Pro handelt es sich um eine professionelle externe Festplatte mit Doppellaufwerk in einem eloxierten Aluminiumgehäuse. Bei Wahl des RAID1-Verbundes (Spiegelung beider Festplatten) wird zusätzlich eine hohe Sicherheit der darauf befindlichen Daten erreicht.

Western Digital My Passport Pro Thunderbolt-Kabel

Mit der einzigartigen Konstruktion eines integrierten Thunderbolt-Kabels, das Stromversorgung und Datenübertragung zugleich übernimmt, dieses lässt sich äußerst praktisch in einer eigens dafür vorgesehenen Nut rund um das Festplattengehäuse unterbringen, erreicht die My Passport Pro zwar in unseren Tests nicht die von Western Digital angegebenen Geschwindigkeiten von bis zu 233 MB/s sondern lediglich etwas über 100 MB/s aber das betrachten wir als ausreichend schnell ohne dass wir irgendwelche Einbußen während unserer Arbeit mit ihr bemerken konnten.

Western Digital My Passport Pro - zwei Festplatten

Dazu wurden neben den Tests mit einem Mac Pro auch weitere mit einem MacBook Pro durchgeführt. In allen Fällen pendelte sich die Geschwindigkeit bei etwas über 100 MB/s ein.

Unabhängig davon, für was ihr eure My Passport Pro nutzt, zuverlässig und schnell ist sie in sämtlichen Anwendungsgebieten. Schnell durch ihren Thunderbolt-Anschluss und zuverlässig und sicher und somit unmittelbar ausreichend Schutz vor Datenverlust durch den aktivierbaren RAID1-Verbund der integrierten zwei Festplatten und eine gute Figur neben eurem MacBook Air, MacBook Pro und natürlich neben einem Mac Pro oder iMac macht sie allemal.

Was mir auffiel und was ich persönlich als leicht störend empfinde, sind die verhältnismäßig lauten Geräusche der beiden Festplatten, die sich am Besten mit einem deutlich hörbaren Rauschen vergleichen lassen. Allerdings ist das mein persönlicher Eindruck, der auf einer hier weitestgehend geräuschlosen Arbeitsumgebung beruht.

Western Digital My Passport Pro am Mac Pro

Abgesehen vom gelegentlichen Klingeln des Telefons und dem Geräusch, das beim Tippen auf der Apple Wireless Tastatur entsteht, lässt sich beim genauen Hinhören nur das leise Rauschen des Lüfters im Mac Pro vernehmen, sonst herrscht hier vollständige Stille.

Wer jedoch wie wir, selbst keine absolut stille Arbeitsumgebung hat, sollte meine Einschätzung der Geräusche der My Passport Pro bitte nicht überbewerten, denn vermutlich fallen euch diese dann überhaupt nicht auf.

 


Update 11. August 2014

Vielen Dank an unseren Leser Tom für seine heutige Frage, die ich hiermit gern beantworte. Er fragte, welche Kapazität bei unterschiedlicher RAID-Konfiguration jeweils zur Verfügung steht? Seht dazu einfach die nachfolgenden Screenshots!

Western Digital My Passport Pro – RAID-Konfigurationen

Zusammengefasste Laufwerke

Western Digital My Passport Pro - zusammengefasste Laufwerke

Western Digital My Passport Pro – RAID0

Western Digital My Passport Pro - RAID0

Western Digital My Passport Pro – RAID1

Western Digital My Passport Pro - RAID1

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Frank Stephan

Mit dem Bloggen begann ich im Januar 2008. Anfangs noch über meine Ausfahrten auf einer Night Train der Marke Harley-Davidson unter bikershrek.de; wurde bald darauf daraus tekshreks Blog. Technische Themen faszinieren mich schon immer. Seither schreibe ich Testberichte über Hardware, Gadgets, über macOS & iOS sowie darunter laufender Software & Apps.

Über meine 2016 hinzu kommenden Leidenschaften zum Mountain Biken, Bergwandern und Indoor Cycling berichte ich drüben auf GPS-Cycling.de.

Du erreichst mich auf Twitter und per E-Mail tekshreksblog@gmail.com.

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11 comments on “My Passport Pro: Test Portable Thunderbolt-Festplatte mit RAID1”

  1. Hallo Frank,

    ich bin ein wenig überrascht, dass bei dem Aufwand, den Du für Dein Backup betreibst (finde ich gut), bzgl. Deiner Aperture-Bibliothek, auf ein Raid1 einer mobilen Festplatten-Lösung vertraust?

    Der Verlust durch Diebstahl oder ähnliches hätte fatale Folgen. Weiterhin ersetzt RAID1 eigentlich kein Backup, sondern erhöht lediglich die Verfügbarkeit bei einem Plattendefekt. Ein versehentliches Löschen von Daten kann nicht aufgefangen werden.

    Oder ist ein Backup der Aperture-Bibliothek noch irgendwie via TimeMachine (bei Verbindung zum Mac) sichergestellt?

    Die 233 MB/s sind doch vermutlich nur über RAID0 zu erreichen, oder?

    Spannender Artikel – weiter so!

    Gruß – lassemus

    1. Hallo lassemus,

      der Inhalt der My Passport Pro wird ganz klar vollständig mit gesichert.

      Im Übrigen war der Versuch, meine Aperture-Bibliothek nach extern zu legen, der Tatsache geschuldet, dass ich schon immer eine Lösung gesucht habe, eine zentrale Bibliothek zu nutzen und ich jetzt durch das Eintreffen des Mac Pro dieses versuche umzusetzen.

      Allerdings so richtig glücklich bin ich damit noch nicht.

      Zwar funktioniert das einwandfrei und auch richtig schnell aber jedes Mal das Umstecken Mac Pro ‹-› MacBook Pro ist auch nicht das Wahre.

      So werde ich wohl wieder zurück zur lokalen Bibliothek und auf dem MBP eine weitere für Fotos unterwegs einrichten.
      Die My Passport Pro kann dann als mobiles Backup und mobile Arbeitsstation dienen.

      Aber wie gesagt, ich bin weiter am Testen und werde sicher noch die optimale Lösung finden. 🙂

  2. Hallo Frank!

    Danke für diesen kleinen Bericht! Die MyPassport Pro ist sehr interessant für Endanwender die im mobilen Einsatz keine Kompromisse in Sachen Datensicherheit eingehen wollen.

    Im Test wird eine von den Herstellerabgaben abweichende Geschwindigkeit hervorgehoben.
    Hier fehlt meines Erachtens das Bewusstsein für den verwendeten RAID Modus. Die Herstellerangaben beziehen sich auf eine RAID 0 Konfiguration der Festplatte. Hierbei werden zwei Platten zu einem logischen Laufwerk kombiniert, mit der Folge dass die Zugriffszeiten in etwa doppelt so schnell sind.
    Bei RAID 1 ist es technisch nicht möglich höhere Raten zu erzielen als das jede einzelne der verbauten Festplatten ermöglicht.

    Ich muss daher sagen dass mir das Konzept dieser MyPassport Pro nicht so recht sinnvoll erscheint. Die (schnelle) Thunderbolt Schnittstelle macht eigentlich nur dann Sinn, wenn man eine RAID 0 Konfiguration einrichtet (~230MB/s). 100MB/s bei RAID 1 wären auch über USB 3, bzw. sogar mit Firewire 800 möglich. – Warum also dann deutlich tiefer in die Tasche greifen für eine Thunderbolt Schnittstelle, wenn man die Vorzüge dieser gar nicht nutzt?

    Schöne Grüße aus Münster,
    Jan

    1. Jan, den Test im RAID0 werde ich auf jeden Fall nachholen, vielen Dank für den Hinweis.
      Western Digital selbst beschreibt das etwas schwammig: „233 MB/s wurden auf dem Modell mit 2 TB erreicht. … Die Leistung variiert unter Umständen je nach der Hardware- und Systemkonfiguration.

      Somit kann das gut sein. Na wir werden sehen. 🙂

  3. NIE WIEDER eine externe Festplatte in der Bauart MyPassport von Western Digital im normalen Einsatz (tägliche Backup per CarbonCopyCleaner).

    Die zwei Festplatten hatten eine eher geringe Dauer. (Wobei ich zugestehen muß, dass es bei der ersten Festplatte eher der Controller und weniger die Festplatte war)

    Naja, so hatte ich wenigstens bei der zweiten (1TB) das teure Vergnügen, wie blöde mit dem Hammer draufzuschlagen, nachdem das Upgrade auf Mavericks die Festplatte zuschossen hatte, keutz bevor WD die Warnmeldungen losschickte (der festverbaute Controller lies sich nicht von der Festplatte trennen, das Gehäuse entpuppte sich beim fachgerechten entfernen als wirklich billig, ohne dem Gewicht der Festplatte wirkte es noch weniger wertig)

    Daher NIE WIEDER: My Passport von Western Digital.

  4. Hallo Frank,

    vielen Dank für Deinen Test, vielleicht kannst du eine Frage zur My Passport Pro beantworten, auf die ich weder auf der Website des Herstellers noch sonst wo eine Antwort gefunden habe: Auf welche Formatierung beziehen sich die angegebenen Kapazitäten? Auf RAID 1 bzw. 0 oder auf die Kapazität der eingebauten Festplatten als JBOD? Hat man die angegebene Kapazität von 2 GB bei Verwendung als RAID?

    Würde mich sehr freuen, wenn Du eine Antwort hättest.

    TIA

    Tom

  5. Hi Frank,
    Hast du das Gehäuse mal geöffnet?
    Mich würde interessieren, ob „normale“ Disks mit 9,5mm Bauhöhe rein passen?

    danke
    Franz

  6. Kleiner Hinweis zu den von WD angegebenen 233 MB/Sek.: die gelten für die RAID 0-Konfiguration mit Striping und da werden die auch praktisch erreicht (zumindest habe ich Testberichte gesehen, wo 203 MB/Sek. erreicht wurden).
    Walter

  7. Hallo. Schöner Bericht, kann man die Festplatten austauschen gegen SSD Platten oder mixen? Eine SSD und eine rotierende?
    Wenn das gehen sollte wäre es für mich interessant. Lightroom Katalog auf der SSD und die Bild-Daten auf der HDD im gleichen Gehäuse. Inkl. Time Maschine Bachup auf dem NAS. Das wäre eine echte Hausnummer.

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