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Garmin Edge 810 im Test: GPS-Fahrrad-Computer mit Live-Tracking

Brillante Kartendarstellung - ActiveRouting und Live-Tracking

Der Edge 810 ist der neue Top-Bike-Computer von Garmin und löst den gefühlt in die Jahre gekommenen Edge 800 ab. Vorgestellt im Januar 2013 auf der CES kam er rechtzeitig zur Radsaison im März 2013 in die Läden.

Was kann der neue „Fahrrad-Tacho“ und wer braucht ihn?
Beworben wird der Edge 810 mit Smartphone-Unterstützung und sozialen Funktionen. Kann sich hier ein Standalone-Tacho gegenüber den flexiblen Konkurrenten wie Runtastic oder anderen populären Smartphone-Apps durchsetzen? Wo liegen die Vor- bzw. Nachteile und lohnt sich die Anschaffung?

Diesen Fragen bin ich in einem ausführlichen Test auf den Grund gegangen.

Erster Eindruck zum Garmin Edge 810

Garmin Edge 810

Bei einer Neuanschaffung ist für mich das „Unboxing“ immer das Schönste und vermittelt mir einen ersten und auch entscheidenden Eindruck.

Der Edge 810 kommt in schlichtem Schwarz und macht einen wertigen und soliden Eindruck.

Zwar wirkt es etwas dick, was womöglich nur am Vergleich mit dem unmittelbar daneben liegenden iPhone 5 liegt.

Die Wertigkeit ist sehr gut. Ein unbeabsichtigter Teststurz aus 1,8 m Höhe wurde ohne Defekt und Plessuren überstanden.

Hardware des Garmin Edge 810

Display des Garmin Edge 810

Nach dem Einschalten kam bei mir erst Enttäuschung auf. Der Kontrast des Farbdisplays wirkt im Vergleich zum gewohnten iPhone sehr mager.

Garmin Edge 810

Nach etwas Überlegung wurde mir aber bewusst, dass der Bike-Computer für eine lange Akku-Laufzeit ausgelegt ist und bei Sonnenenwirkung gut lesbar sein soll. Hier täuscht auch der erste Eindruck im Haus.

Beim Einsatz außerhalb sieht es schon ganz anders aus. Allerdings könnte der Kontrast insgesamt einen Tick besser sein. Mit eingeschalteter Hintergrundbeleuchtung wird der Kontrast besser, diese ist aber nicht dauerhaft zu empfehlen, da die Akkuleistung darunter zu leiden hat.

Die Displaygröße ist wunderbar. Hier gibt es definitiv nichts zu verbessern, die 160 x 240 Pixel zeigen genug Informationen auf einmal an und alles andere ist für ein Bike überdimensioniert.

Garmin Edge 810 Touch-Bedienung

Die Touch-Bedienung ist nicht so direkt, wie z.B. beim iPhone. Das liegt wohl daran, dass der Touchscreen anderes aufgebaut ist, als bei den aktuellen Smartphones.

Somit reagiert der Screen nicht sofort auf den Touch, sondern benötigt etwas mehr Druckpunkt bzw. etwas mehr Zeit. Wischgesten werden ebenso mit etwas Verzögerung durchgeführt.

Dieser Aspekt stört ab und zu, in manchen Fällen ist dies aber nicht unbedingt von Nachteil, denn so werden ungewollte Berührungen nicht zwingend umgesetzt.

Dafür kann die Bedienung auch mit Handschuhen erfolgen, was natürlich ein extremer Pluspunkt ist. Zur Bedienung werden sowohl Touchpunkte, als auch Wischgesten erkannt. Die Pinchgeste, zum Beispiel zum Verkleinern oder Vergrößern der Kartenansicht, wird nicht unterstützt.

Manuelle Tasten des Garmin Edge 810

Es gibt lediglich drei manuelle Tasten am Edge 810. Die Power-Taste befindet sich seitlich links oben und unterhalb des Displays gibt es zwei weitere Tasten. Der linke markiert eine neue gefahrene Runde manuell (dies kann das System aber auch automatisch durchführen) und die rechte Taste startet bzw. stoppt eine Aktivität.

Anschlüsse

An der Unterseite befinden sich zwei Anschlüsse. Links der Mini-USB Anschluss zum Laden des Gerätes bzw. zur Verbindung mit einem Computer. Über die Verbindung zum Computer können Daten in beide Richtungen übertragen werden und die Firmware aktualisiert werden.

Rechts befindet sich ein Slot für microSD-Karten. Diese dient zum einen als Speicherplatz für Navigationskarten und weiterhin kann der erweitere Speicher auch für die Speicherung der Strecken und Aktivitäten genutzt werden. Der Speicherort wird im Systemmenü festgelegt.

Sonstiges

Der Edge 810 ist natürlich Wasserdicht. Ein großer Vorteil gegenüber der Smartphone-Konkurrenz. Laut Garmin hält der Tacho ein Wasserbad von einer halben Stunde in 1 m Tiefe aus. Wer das Gerät trotzdem besser schützen möchte, kann sich alternativ eine Silikon-Hülle kaufen.

Sensoren zum Garmin Edge 810

Herzfrequenzsensor

Der Herzfrequenzsensor trägt sich sehr angenehm. Besonders positiv ist anzumerken, dass für den Kontakt und die Funktion kein befeuchten der Sensoren notwendig ist.

Bei älteren Sensoren war immer ein befeuchten notwendig, da dieser sonst nicht funktioniert hat. Bei dem Garmin Edge 810 ist dies nicht so. Lediglich ein Stretchband zum Öffnen wäre praktisch.

Temperatur- und Luftdrucksensor

Ein eingebauter Temperatursensor zeigt die aktuelle Temperatur an und speichert diese auch für die Aktivität zu jeder Minute mit ab. Der Luftdrucksensor wird für die Berechnung der Höhe mit herangezogen.

Sensor-Unterstützung

Garmin Edge 810

Der Garmin Edge 810 unterstütz alle ANT+ kompatiblen Geräte.

Neben dem Herzfrequenzsensor, wird unter anderen der Trittfrequenzsensor, Geschwindigkeitssensor und Powermeter unterstützt.

Garmin bietet verschiedene Bundles zum Kauf an. In den erweiterten Bundles wird der Herzfrequenz-, Geschwindigkeits- und Trittfrequenzsensor mitgeliefert.

Nur zu schade, dass kein Powermeter mit enthalten ist ;).

Das Bild zeigt den Geschwindigkeits- und Trittfrequenzsensor GSC10. Dieser kann unabhängig von der berechneten GPS-Geschwindigkeit eine schnellere und genauere Geschwindigkeit liefern. Sehr schön ist, dass nur ein Sensor am Rad befestigt werden braucht, der beides erfasst.

Das GPS des Garmin Edge 810

Der GPS-Fix nach dem Kaltstart geht sehr schnell von statten. Gefühlt würde ich sagen maximal 1-2 Minuten.

Persönlich überbrücke ich die Startzeit damit, das Rad bereits nach draußen zu bringen, den Garmin Edge 810 einzuschalten und in der Zwischenzeit die Radschuhe anzuziehen. Bis dahin ist der GPS-Fix auf jeden Fall fertig. Die Genauigkeit lässt keine Wünsche übrig. Sowohl in bewaldetem Gebiet, als auch in offenem Gelände hat die GPS-Funktion immer sehr gut funktioniert.

Halterung des Garmin Edge 810

Garmin Edge 810

Garmin lässt sich nicht lumpen und liefert ausreichend Befestigungen mit.

Zum einen eine sehr stabile und großartige neue Aero-Lenkerhalterung. Diese wird am Lenker befestigt und setzt den Tacho weiter nach vorne.

Diese Position ist insbesondere für das Renn- oder Triathlonrad sinnvoll, da die Sitzposition eher nach vorne ausgerichtet ist und so der Blick nicht abgewandt werden muss.

Zum Anderen werden zwei stabile Plastikhalterungen mitgeliefert, um den Tacho auf anderen Bikes am Vorbau oder Lenker anzubringen.

Garmin Edge 810 Bluetooth

Der Garmin Edge 810 hat jetzt auch eine Bluetooth-Schnittstelle. Hierüber kann eine Verbindung mit Smartphones hergestellt werden, um Wetterdaten, Strecken zu aktualisieren oder das Life-Tracking zu übertragen.

Die Bluetooth-Funktion ist allerdings noch nicht mit der neuen stromsparenden Technologie Bluetooth 4.0 ausgerüstet. Immer mehr Fitnessgeräte bzw. Sensoren werden mit Bluetooth 4.0 ausgestattet. Genau deswegen hätte sich auch hier eine Integration angeboten. Für die Verbindung zum Smartphone wäre die Technologie ebenfalls perfekt gewesen und würde beide Akkus schonen.

Garmin Edge 810 Akku-Leistung

Die Akku-Leistung bewerte ich als sehr gut. Für die meisten Ausfahrten und Anwendungsbereiche wird hier niemand an die Grenzen kommen. Lediglich für mehrtägige Tagestouren ohne Stromversorgung wird es problematisch. Wer eine Alpenüberquerung macht, sollte sich hier eine Strategie überlegen. Ein tragbarer Zusatzakku könnte die Lösung sein, um den Tacho über Nacht wieder fit für die nächste Tour zu machen. Garmin gibt die Laufzeit des Akkus mit 17 Stunden an, so kann sich jeder individuell ausrechnen, wie viele Touren damit gefahren werden können.

Software

Menüführung & Software

Die Bedienung ist nahezu selbsterklärend. Manche Menüs könnten zwar insgesamt besser gegliedert sein, grundsätzlich ist aber sehr viel frei konfigurierbar. Speziell für die eigene Konfiguration gibt es Fahrrad- und Aktivitätsprofile.

Alle Menüeinträge und Schaltflächen sind groß genug und können leicht angewählt werden.

Benutzerprofil

Hier werden persönliche Daten, wie Geschlecht, Alter, Gewicht und Größe hinterlegt. Dies wird u.a. als Grundlage für die Kalorienberechnung dienen.

Fahrradprofile

Mit diesen Profilen wird die Konfiguration unterschiedlicher Räder, wie z.B. Rennrad, Mountainbike, Triathlonrad, … gespeichert.

Neben der üblichen Einstellung der Radgröße kann auch das Radgewicht angegeben werden. Dieser Wert sollte für die Kalorienberechnung mit ausschlaggebend sein.

Für eine persönliche Auswertung zeigt das Fahrradprofil an, wie viele Kilometer mit dem gewählten Rad zurückgelegt wurden.

Ein Profil kann manuell vor Start einer Aktivität ausgewählt werden.

Schade ist, dass der Garmin Edge 810 keine automatische Erkennung des genutzten Rades hat. Wird das Gerät zum Beispiel vom Rennrad auf das Mountainbike umgesteckt, muss daran gedacht werden, das Fahrradprofil zu ändern. Hier wäre es wünschenswert, wenn der Tacho dies automatisch an der verbundenen Sensor-ID der Trittfrequenz wechseln könnte.

Garmin, kann das Softwareseitig nicht nachgerüstet werden? Jedes ANT+ Gerät hat doch sicherlich eine eindeutige ID.

Aktivitätsprofile im Garmin Edge 810

Die Aktivitätsprofile steuern zum einen die Anzeige der für diesen Zweck sinnvollen Werte, zum anderen können Alarme und Intervalle konfiguriert werden. Diese Möglichkeit lassen selbst für Profi-Sportler keine Wünsche übrig.

Für jedes Profil können 11 Datenseiten aktiviert werden. Diese können dann jeweils ein bis zehn Datenfelder beinhalten, die je nach Anzahl in der Größe an das Display angepasst werden. Die Auswahl der wählbaren Daten, die angezeigt werden können, sind enorm. Mein Favoritenfeld ist die absolut gefahrene Höhe der Strecke.

Als spezielle Datenseiten gibt es eine Kartenseite, Höhenprofil der Strecke, Rundenübersicht und den virtuellen Partner. Ungewünschte Seiten können deaktiviert werden.

Garmin Edge 810
Garmin Edge 810: GPS-Fahrrad-Computer und lass es spritzen!

Mit den Aktivitätsprofilen können genau die Informationen zusammengestellt werden, die für den Anwendungszweck von Bedeutung sind.

Einzig zu bemängeln ist, dass die visuellen Alarme die unteren Felder verdeckt. Hier wäre es wünschenswert, wenn der visuelle Alarm anders dargestellt werden würde bzw. nur in Intervallen erscheint.

Der akustische Alarm könnte ebenso etwas weniger nervig einstellbar sein. Hat man sich beispielsweise einen Alarm für die Trittfrequenz aktiviert und dieser wird unterschritten, da eine längere Abfahrt bevor steht, auf der man rollen lässt, mahnt einen der Alarm in Sekundenintervallen an, was schnell nerven kann (obwohl dies eigentlich so sein soll).

Als Abhilfe wäre ein Signalton in längeren oder einstellbaren Abständen sinnvoll.

Weiterhin ist zu den Tönen anzumerken, dass Tasten- bzw. Bedienungstöne nicht unabhängig von den Alarmen deaktiviert werden können. Dies wäre für ein zukünftiges Update wünschenswert.

Diverse Menüs

Zur eigenen Motivation werden persönliche Bestzeiten gespeichert. Hat man nach einer Aktivität eine Bestzeit vollbracht, wird diese angezeigt. Bestzeiten können in größer Distanz, die schnellste Zeit für 40 km, der größte Anstieg und die beste Leistung (Watt) in 20 Minuten.

Weiter Menüs zur Auswertung und Trainingssteuerung stehen noch zur Verfügung. Insgesamt hat sich Garmin nicht lumpen lassen und hat umfangreiche Möglichkeiten integriert.

Navigation & Routen im Garmin Edge 810

Ein absolutes großartiges Feature ist die GPS-Funktion im Garmin Edge 810. Auch wenn viele Funktionen insbesondere für Profi-Radfahrer gedacht sind, kann sich an dieser Funktion jeder Radfahrer erfreuen und nicht zwingend nur Radfahrer.

Egal ob man im Trainingslager, im Urlaub oder in heimischen Gelände ist, die Routen- und Navigationsfunktion ist einfach nur großartig.

Zum einen lassen sich eigene Routen in das Gerät laden und diese können mit Navigationshinweisen abgefahren werden, zum anderen bietet die integrierte Navigationsfunktion eine hervorragende Hilfe, sollte man sich verfahren haben, nicht mehr nach Hause finden oder einfach von A nach B kommen möchte.

Die Hinweise funktionieren metergenau und werden auf dem Display angezeigt. Die Route mit einer farbigen Linie auf der Landkarte dargestellt.

Lediglich akustische Navigationshinweise gibt es nicht. Hier wäre es Verbesserung wünschenswert, kurz vor einer Richtungsänderung einen Ton abzuspielen.

Garmin Edge 810
Garmin Edge 810: GPS-Fahrrad-Computer mit Live-Tracking Verschnaufpause

Aber nicht nur für Radfahrer ist die Funktion interessant. Ich hab das Gerät auch für eine Wanderroute in den Bergen genutzt. Hierfür ist es allerdings sinnvoll, das Display zu deaktivieren um Strom zu sparen. Beim Wandern schaut man eher selten auf das Gerät.

Zusätzlich zur Wanderroute erhält man auch weitere sinnvolle Informationen, wie die aktuelle Höhe bzw. POIs in der Umgebung, zum Beispiel zum Einkehren oder für Sehenswürdigkeiten, Unterkünfte …

Für die Routenberechnung kann in den Aktivitätsprofilen die Aktivität ausgewählt werden. Als Möglichkeiten stehen Luftlinien-Routing, Fahrrad, Tourenradfahren, Mountainbiken, Autofahrt, Motorradfahrt, Zu Fuss, Wandern, Bergsteigen, Off-Road-Fahren zur Verfügung. Je nach gewählter Aktivität wird hierfür die sinnvollste Route berechnet.

Bei der Berechnungsmethode stehen die Möglichkeiten Distanz minimieren, Zeit minimieren und Geringer Anstieg zur Auswahl.

Weitere bekannt Einstellungen aus normalen Navigationssystemen runden die Navigation ab.

Sinnvoll sind auch die Möglichkeiten, eine Strecke rückwärts abzufahren, zurück zum Ausgangspunkt oder die Navigation zu einem hinterlegten Favoriten. Es ist auch möglich, GPS-Koordinaten einzugeben.

Kartenmaterial

Ob der Garmin Edge 810 mit Karten oder nicht geliefert wird, hängt wiederum vom gewählten Bundle aus. Die Grundversion liefert kein Kartenmaterial mit.

Im Test hatte ich die Garmin Karte TOPO Deutschland 2012 Pro installiert. Eine microSD-Karte wird in einen Kartenslot im Garmin Edge 810 geschoben und fertig ist die Installation. Dieser Komfort hat natürlich auch seinen Preis.

Eine günstigere Möglichkeit ist der Einsatz der OpenStreetMap Radkarten. Diese können selbst zusammengestellt und dann auf dem Edge 810 eingesetzt werden. Dies erfordert allerdings etwas Zeit und Muße. Der Vorteil sind der Preis und die stets aktuellen OSM-Daten der Community. Hier muss allerdings ein hoher Zeitaufwand zum Einlesen und Umsetzten eingerechnet werden.

Das Kartenmaterial von Garmin wird mit ausreichen Zusatzinfos, wie POIs und Routenvorschläge mitgeliefert und bin mit der Garmin Karte sehr zufrieden und würde diese auch empfehlen.

Werkzeuge für Sportler

Garmin ist bekannt dafür, großartige Hard- und Software für Sportler zu fertigen.

Der Garmin Edge 810 bietet eine hervorragende Hardware mit ebenso guter Software. Garmin Connect rundet als Analysewerkzeug die Kombination ab. Man merkt sofort, das jahrelanges Know-How in die Garmin-Produkte einfließen.

Virtueller Partner

Neu im Garmin Edge 810 ist auch der virtuelle Partner. Der virtuelle Partner soll als Ansporn für das Training genutzt werden, gegen den ein Rennen gefahren wird. Dabei wird die Durchschnittsgeschwindigkeit des virtuellen Partner festgelegt und kann auch während der Fahrt verändert werden. Je nachdem wie der eigene Durchschnitt ist, kann man die Vorsprung in Zeit und Metern einsehen bzw. wie weit der virtuelle Partner voraus ist.

Für den virtuellen Partner würde ich mir etwas mehr Dynamik wünschen. Um das Ergebnis spannender zu machen, wäre es sehr nett, einen Durchschnittsbereich einstellen zu können. Der Gegner könnte einen eigenen KI haben, wie bei Computerspielen.

Weiterhin sollte der virtuelle Partner bei einem Rundkurs die eigenen beste Rundenzeit zum Vergleich heranziehen.

Trainingszonen

Für Aktivsportler dürften die Trainingszonen von großem Interesse sein. Wer regelmäßig einen Leistungstest macht, kann hier seine persönlichen Werte für eine perfekte Trainingsunterstützung hinterlegen.

Auch wenn diese Einstellungen für einen Freizeitsportler unglaublich abstrakt und abwegig sind, sollte man auch für das eigene Gesundheitsbewusstsein ab und an einen Leistungstest bei einem Sportarzt absolvieren. Das Geld lohnt sich und zeigt einem auf, ob man sportlich Fit ist.

Trainings

Zielgerichtetes Training benötigt auch eine gute Planung im Vorfeld. Wer seine Leistung steigern möchte, sollte sich nicht aufs Rad setzen, ohne zu wissen, was er vor hat.

Die Trainings-Option im Edge 810 bietet die Möglichkeit, Vorgaben zu definieren, die in einem Training abgearbeitet werden. Ein Training kann aus endlosen Zwischenstufen zusammengestellt werden. Eine einzelne Zwischenstufe kann z.B. Aufwärmen sein, mit der Distanz von 5 km. Zwischenstufen können auch mehrfach nacheinander ausgeführt werden. Als Optionen gibt es Distanz, Dauer, Herzfrequenz(bereiche), Trittfrequenz, Kalorien und Leistung.

Eine Planung kann auch am Edge 810 durchgeführt werden. Ich empfehle aber, Trainings in Garmin Connect zu erstellen. Diese können dann problemlos auf das Gerät übertragen werden.

Garmin Connect iPhone-App

Garmin Edge 810

Die Garmin Connect iPhone-App ist kostenlos im App Store zu laden und sieht optisch schon einmal sehr schön aus. Alternativ gibt es auch eine Android-Version der App.

Die Nutzung erfordert eine Registrierung bei Garmin Connect und bietet danach Zugriff auf die eigenen Aktivitäten, Strecken, Trainings.

Die App dient auch dazu, das Live-Tracking zu übertragen und die neuesten Wetterprognosen für den Edge 810 zu aktualisieren.

Der Auto-Upload bietet die Möglichkeit, eine Strecke direkt nach dem Ende in Garmin Connect zu übertragen. Diese Funktion kann auch deaktiviert werden.

Was fehlt, ist die Möglichkeit, Tracks aus anderen Anwendungen in die App zu importieren und somit auf den Garmin Edge 810 zu laden. So ist es nicht möglich, einen Track über eine andere Anwendung zu laden oder zu erstellen und direkt in den Edge 810 zu übertragen.

Hier sollte Garmin die App unbedingt aktualisieren. Eine technische Integration dafür würde maximal 30 Minuten dauern. Garmin, falls Ihr Hilfe braucht meldet Euch bei mir. Schließlich bin ich Mac- und iOS-Entwickler.

Was wäre weiterhin wünschenswert? Vielleicht die Möglichkeit die Konfiguration des Garmin Edge 810 am Smartphone vorzunehmen. Das iPhone hat doch ein etwas schnelleres Handling und größeres Display. Hier sollte Garmin die Vorteile des stärkeren Smartphones nutzen.

Da die Darstellung der Strecken und Aktivitäten so großartig auf dem iPhone ist, wäre es genauso großartig, diese auf dem iPad sehen zu können. So würde ich mir auch eine Universal-App wünschen (Was aber jammern auf hohem Niveau ist.).

LiveTrack und soziale Funktionen

Eine weitere Neuerung ist die LiveTrack-Funktionalität. Mit dieser kann die aktuelle Position über eine Echtzeit-Verfolgung entweder über Web, Twitter und Facebook geteilt werden. So kann die Partnerin jederzeit verfolgen, wieso man wieder zu spät nach Hause kommt, seinen Trainingskollegen die neue Strecke vorführen oder einfach nur prahlen, sportlich aktiv zu sein.

Freigegeben wird ein Link über die sozialen Netzwerke oder per E-Mail der zu Garmin Connect führt. Dort sind alle wichtigen Daten der Strecke einzusehen, eine Landkarte und wo sich der Radfahrer gerade befindet. LiveTrack ist eine schöne Möglichkeit, aber sicher keine Must-Have Funktion.

Die sozialen Funktionen könnten hier noch besser ausgebaut werden. So sollte es zum Beispiel möglich sein, Nachrichten oder Anfeuerungen an den Radfahrer zu senden.

Weiterhin wäre es sicher interessant, auf dem Garmin Edge 810 andere Fahrer in der Umgebung anzuzeigen, sofern man die eigene Position geteilt hat. Oder signalisieren wenn ein Garmin Connect Freund eine Tour startet und wie weit dieser entfernt ist.

Die Bluetooth-Funktion bietet auch eine einfache Möglichkeit, empfangene Anrufe oder SMS-Nachrichten vom Smartphone aus auf dem Bluetooth-Gerät anzuzeigen. Da sich das Smartphone meist in der Trikot- oder Satteltasche befindet, kommt es vor, das ein wichtiger Anruf verpassen wird.

Garmin sollte dies in einem Software-Update erweitern, zumindest eine Nachricht auf dem Garmin Edge 810 anzuzeigen.

Garmin Connect

Garmin stellt einige Möglichkeiten zur Verfügung, die eigenen Aktivitäten per Software zu verwalten und auszuwerten. Zum einen gibt es die Desktop-Software Basecamp. Für den Mac ist die Software aber aus meiner Sicht nicht zu empfehlen.

Dagegen wirkt Garmin Connect jung, frisch, aktuell und modern und wird über einen Internet-Browser bedient und wird über die URL connect.garmin.com aufgerufen.

Zentral werden hier alle Daten aus sämtlichen Garmin-Geräten abgelegt. Als erstes ist eine Account-Registrierung erforderlich. Danach können die Daten per Smartphone-App und manuell eingespielt werden. Mit einem speziellen Plug-In erkennt Garmin Connect auch über USB angeschlossene Geräte.

Wer weitere Geräte von Garmin hat, wie z.B. einen Forerunner oder Garmin Swim, kann auch diese Daten einspielen. So erhält jeder Sportler eine Übersicht über alle getätigten Aktivitäten.

Über Garmin Connect lassen sich aber auch Strecken im Vorfeld einer Aktivität planen. Dies geschieht über eine leicht zu bedienende Kartenansicht. Die fertige Strecke kann dann an das gewünschte Gerät übertragen werden.

Auch an eine soziale Komponente hat Garmin gedacht. Eigene Strecken und Aktivitäten können freigegeben werden, freigegebene Strecken anderer Nutzer können gesucht und übernommen werden und Freunde sind auch möglich.

Um auf alle Funktionen von Garmin Connect einzugehen, würde dies hier den Rahmen sprengen. Garmin Connect ist definitiv ein perfekter Kompagnon für den Edge 810 und kann kostenlos genutzt werden.

Garmin Edge 810 vs. Smartphone Bike-Apps

Wer schon ein teures Smartphone besitzt, fragt sich sicherlich, wieso extra noch ein ebenso teuren Tacho zu kaufen.

Lohnt sich diese Extraanschaffung?

Bike-Apps gibt es wie Sand am Meer und kosten einen Bruchteil des Garmin Tachos. Sie bieten oft die gleichen Funktionen und werden auch relativ oft aktualisiert und bieten auch eine Routen- und Sensorunterstützung.

Für mich sind die Smartphone-Apps im richtigen Bike-Einsatz kein Ersatz, denn die Akku-Leistung eines Smartphones bei aktiviertem GPS ist deutlich geringer, als die des Garmin Edge 810.

Zudem muss bedacht werden, dass die Sensoren, wie Tritt und Herzfrequenz zusätzlich dazu gekauft werden müssen.
Ein Bikehalter ist dann auch noch notwendig, damit man die Informationen auch sehen kann und das empfindliche Smartphone auch geschützt wird.

Anschaffungspreis & Lieferumfang

Ab 449 € geht der offizielle Preis los für den Edge 810 mit Ladegerät und Standard Fahrradhalterung.

Empfehlen würde ich mindestens das Bundle-Paket, welches für 529 € zu haben ist. Hier sind neben den Herz- Geschwindigkeits- und Trittfrequenzsensoren (GSC10) auch die Aero-Lenkerhalterung enthalten.

Weitere Bundles gibt es noch mit unterschiedlichen Kartenmaterial. Hier startet der Preis ab 579 €.

Zusammenfassung

Für wen lohnt sich nun der Garmin Edge 810?

Der Nutzerkreis dafür ist groß, denn sowohl für den ambitionierten Sportler, als auch für den Freizeitradler ist das Gerät ein toller Begleiter.

Allerdings sollte die Radfahr-Intensität schon im höheren Bereich liegen. Wer nur ein- bis zweimal im Monat Rad fährt, wird sicher auch mit dem Standard 0815-Tacho und dem Smartphone in der Rückentasche im Trikot zurecht kommen.

Jeder Sportler, der mit ambitionierten Zielen an die Sache geht, erhält mit dem Garmin nicht nur eine gute Zusammenfassung und Auswertung aller Daten, sondern kann sich während des Trainings nach Trainingsplanvorgaben kontrollieren lassen und so eine Steigerung erzielen und die Gesundheit schonen.

Garmin Edge 810
Mit Garmin Edge 810: GPS-Fahrrad-Computer auf Bergtour

Freizeitradler kommen mit dem Garmin Edge 810 auf ihre Kosten, wenn oft neue unbekannte Strecken gefahren werden. Entweder per Navigation von A nach B und interessanten Points-Of-Interesst oder beim Abfahren von fertigen Strecken aus dem Internet.

Wünschen würde ich mir von Garmin, dass der Edge 810 stetig mit Software-Updates versorgt wird und so auch Verbesserungsvorschläge der Nutzer einfließen.

Den eine Hardware kann nur gut bleiben, wenn auch die Software stetig an die Ansprüche der Nutzer angepasst wird.
Die neue Verbindung mit dem Smartphone zeigt, dass Garmin mit der Zeit geht.

Pro & Con

Pro

  • Robust
  • unzählige Anzeige- und Konfigurationsmöglichkeiten
  • perfekte Navigation
  • individualisierbare Datenfelder
  • automatischer Upload der Aktivitäten zu Garmin Connect
  • gute Akkulaufzeit
  • durchdachte Sportlerunterstützung
  • auch für andere Aktivitäten nutzbar

Con

  • Display Kontrast könnte besser sein
  • keine automatische Raderkennung anhand des Sensors
  • kein Bluetooth 4.0
  • Garmin Connect App bietet keinen Track-Import an
  • Smartphone Interaktion könnte noch ausgebaut werden
  • keine unabhängige Konfiguration der System-, Alarm- und Navigationstöne möglich

Persönlicher Blick in die Zukunft

Was kann noch kommen, wenn ein Tacho bereits so perfekt ist? Da nach und nach immer mehr Elektronik im Fahrrad zu finden ist, 2013 war auch das Startjahr der elektronischen Fahrradschaltung, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass die Systeme mit der Zeit miteinander verschmelzen.

Ob ich das für gut heiße, dass das schöne, alte mechanische Fahrrad mit mehr Elektronik bestückt wird, weiß ich noch nicht. Möglichkeiten für einen Einsatz dafür gibt es aber viele.

Davor sollten die Komponentenhersteller es lieber zuerst in den Griff bekommen, dass die Kette nicht mehr vom Ritzel springt …

Jetzt bist du gefragt!

Gefällt dir dieser Beitrag oder bist du anderer Meinung? Hast du Anregungen, Ergänzungen zum Garmin Edge 810, einen Fehler gefunden oder ist dieser Beitrag nicht mehr aktuell? Dann freue ich mich auf deinen Kommentar.

6 comments on “Garmin Edge 810 im Test: GPS-Fahrrad-Computer mit Live-Tracking”

  1. Wow Matthias (erst dachte ich ja an Frank). Was für ein langer und ausführlicher Artikel und Beschreibung des Produkts. Meiner Meinung nach etwas zu lang bereits. Aber du gehst echt auf alles ein und wer alle Punkte lesen will kann das bzw sucht sich diese nur raus 🙂

    Ich habe heute auch wieder mein Rad entdeckt und meine erste lange Strecke (18km) zur Arbeit absolviert. Habe mir aber bereits gestern eine Halterung für mein Smartphone gekauft. Aber der große Vorteil hier ist ja wirklich die lange Akku-Laufzeit + Robustheit. Aber da bin ich nicht ganz die Zielgruppe 😉

    1. Sebastian, ich habe es Matthias schon gesagt; er ist bzgl. der Länge des Artikels der absolute Rekordhalter hier auf dem Blog.
      Mal schauen, ob es jemand schafft, das zu toppen.
      Dabei schiele ich hier rechts rüber oder sollte ich besser sagen: deutlich weiter oben rechts rüber in die Sidebar zur Autorenliste. 😉

      1. Jup 3.500 Wörter sind echt krass. Das hätte man locker in 2-3 Artikel teilen können. Aber hey.. so findet man alles unter einer URL 😉

    2. Sebastian, das beste bei deinen Ausführungen ist deine Selbsteinschätzung. Für 18 km muss man keinen Edge 810 haben. Ich bin seit Feb 2014 stolzer Besitzer dieses Gerätes und möchte es nicht mehr missen. Der Gesamtkilometerstand steht jetzt auf ca. 22000 km, fast immer ohne Probleme, der Brustgurt hat es nicht lange gemacht, wurde aber schnellstens von Garmin gratis getauscht.

    1. Der Livetrack kann auch allen Geräten mit Browser verfolgt werden. Ist also nicht auf das iPhone beschränkt, sondern kann auch am Desktop oder anderen mobilen Geräten eingesehen werden.

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